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2008


Soziales Engagement im Namen der Nachhaltigkeit im Bezug auf die Flüchtlingskrise in Ruanda

 

Sehr geehrte Damen und Herren, Wir, die Nachhaltigkeits- AG des Pascal- Gymnasiums Grevenbroich im Rhein- Kreis Neuss, befassen uns seit Gründung dieser Arbeitsgemeinschaft, im Sommer 2008, mit der sozialen Komponente der Nachhaltigkeit. Diese AG fand ihren Ursprung in der Motivation der beteiligten Schüler, nachhaltig zu handeln und das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verbreiten. Im Rahmen unseres sozialen Engagements interessieren wir uns für die Flüchtlingskrise in Ruanda, sowie im benachbarten Kongo.

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges im Kongo 1996 fielen bereits 3,8 Millionen Menschen den Kämpfen zum Opfer. 3.800.000 Tote; Eine dermaßen hohe Zahl an Opfern hat es bei keiner kriegerischen Auseinandersetzung seit dem 2. Weltkrieg mehr gegeben. Aus diesem Grund wird der Konflikt im Kongo von Menschenrechtlern auch als der 3. Weltkrieg bezeichnet.

Die Ursachen des Konfliktes, der zum Bürgerkrieg in Ruanda und im Kongo und der Flüchtlingskrise in Goma im Kongo, führte, sind nicht nur ethnischer, sondern auch politischer Art. Es handelt sich zum einen um einen erneuten Ausbruch des schon 150 Jahre andauernden Konfliktes zwischen den Tutsi und den Hutu. Beide Bevölkerungsgruppen beanspruchen die politische Macht in Ruanda für sich. Zum anderen geht es um die Bodenschätze auf Kongolesischem Boden. Europäische Firmen importieren ungehindert Gold, Diamanten und sonstige Wertvollen Rohstoffe, deren Abbau nur durch Sklaveneinsatz möglich ist.

Doch wie kann es dazu kommen dass ein so kleines Land wie Ruanda, ein so großes Land wie den Kongo einfach überrennen, durch Terror die Bevölkerung einschüchtern und ungehindert Bodenschätze klauen kann? Kann ein Land, seit 150 Jahren im andauernden Bürgerkrieg solche Ressourcen von ganz allein aufbringen? Es kann nicht sein, dass die Europäische Union, und somit auch die Bundesrepublik Deutschland, zusieht wie die Menschenrechte so offensichtlich mit Füßen getreten werden. Es kann nicht sein, dass eine so starke Gemeinschaft wie die Europäische Union nicht in der Lage ist die Werte, auf denen sie selbst aufgebaut ist, wo anders genau so durchzusetzen. Es kann nicht sein, dass die Europäische Union dabei zusieht wie Dritte sich an diesem Konflikt offensichtlich beteiligen und ihn stärken. All dies nur, weil Ruanda, weil der Kongo Profit bedeutet für die deutsche- oder europäische Bonzengesellschaft. So werden langsam aber sicher Werte gegen Geld eingetauscht. Möchte die Bundesregierung dabei zusehen?

Zurück jedoch zu der Flüchtlingskrise: 250 000 Menschen befinden sich auf dem Weg zurück in ihre alte Heimat, nach Ruanda. Es ist nicht zu erwarten, dass mehr als 10% die ersten Wochen in ihrem Heimatdorf überleben. Tutsi Rebellen, mit Gewehr im Anschlag warten nur auf die Zurückkehrer um ihnen nun endgültig zu zeigen welche ethnische Gruppe die Macht hat. Nicht nur das was war konnte man Genozid nennen, man kann nicht nur das was sein wird Genozid nennen, das IST Genozid: Die Ausrottung einer Menschengattung! Die Bezeichnung 3. Weltkrieg kommt dem ganzen also schon sehr nahe. Doch warum kehren die Flüchtlinge überhaupt zurück? Hunderttausende lagern im Kongo, vor Goma. Doch die Rebellen folgen ihnen und, auch bedingt durch die Kämpfe mit der kongolesischen Armee bricht die Versorgung zusammen. Die Flüchtlinge haben keinen Zugang zu Trinkwasser, geschweige denn zu Nahrung. Hilfsorganisationen können nur begrenzt in die Krisengebiete vordringen, da die Tutsi ihnen gewaltsam den Zugang verwehren. Die stationierten Helfer können also weder für eine ausreichende Betreuung sorgen, noch kann die Lebensmittel- und die medizinische Versorgung gewährleistet werden. Hier kommt es zum eigentlichen Problem; Die Flüchtlinge können wegen der katastrophalen Versorgung nicht in Goma bleiben, sie ziehen zu Tausenden nach Ruanda zurück.

Doch wie viel dringt von diesen Informationen an die Öffentlichkeit in unserer westlichen Gesellschaft? Und mit wie viel Hilfe können die Flüchtlinge seitens der UN rechnen? Es ist doch ein eindeutiger Sachverhalt, dass hier gegen die Menschenrechte im erheblichen Maß verstoßen wird und dass dringend Hilfe in den betroffenen Gebieten benötigt wird. Dennoch nehmen die vereinten Nationen ebenso wie auch die Bundesregierung eine betont passive Rolle bei der Konfliktbekämpfung ein. Lediglich ein Trupp von 800 UN Soldaten wurde in das Krisengebiet geschickt; dieser kümmert sich jedoch in erster Linie um den Konflikt im Kongo und nicht um die zahlreichen Flüchtlinge.

 

Unsere Forderungen an die Bundesregierung lauten daher:
 

  •    weitere und großflächigere Aufklärung der Öffentlichkeit über dieses Thema, sowie die Anregung verschiedener Menschenrechts- und Hilfsorganisationen sich auf diesem Gebiet weiter zu betätigen.
     
  •   politischen Druck auf die Machthaber in Ruanda auszuüben, so dass es den jeweiligen Hilfsorganisationen ermöglicht wird die Flüchtlinge aktiv zu unterstützen. Denn nur durch die Hilfe von Außen kann das Überleben dieser Menschen gesichert werden. Damit diese Hilfe jedoch auch zum Tragen kommen kann, müssen die Helfer frei, also ohne die Bedrohung durch die Rebellen, beziehungsweise im Schutze internationaler Eingreifstruppen, agieren können.
     
  •   Gesetzliche Maßnahmen gegen den Import von illegal, beziehungsweise unter Verletzung der Menschenrechte abgebauten Rohstoffen
     
  •   Gegenmaßnahmen gegen Dritte, die den Konflikt unterstützen Ein rasches Eingreifen der westlichen Nationen zum Schutze von Menschen und Menschenrechten sehen wir in dieser Situation als unablässig, die Ausübung von politischem Druck als Pflicht aller Mitgliedsstaaten der UN und damit auch der Bundesrepublik an.


    Wir verbleiben mit der Hoffnung, dass sie unsere Beweggründe verstehen und entsprechende Maßnahmen überlegen und einleiten werden.



    Mit freundlichen Grüßen,

    die Nachhaltigkeits- Arbeitsgemeinschaft des Pascal- Gymnasiums Grevenboich.
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