Betreff: Nachtrag zum 81. Newsletter (19.12.11)
Hallo nochmal,
Entschuldigung, jetzt habe ich schon zum zweiten Mal vergessen, das Datum unserer Weihnachtsfeier mitzuteilen, sie wird an diesem Donnerstag, 22.12.12 ab 15.00h im iNAG-Büro stattfinden. Vor allem über den zahlreichen Besuch von ehemaligen iNAG-Mitgliedern würde ich mich sehr freuen.
Heute erhielten wir auch wieder eine Zusage von RWE über 750 Euro Fördergelder im Rahmen des diesjährigen Schulwettbewerbs "Energie mit Köpfchen" (weitere Infos unter: http://www.rwe-schulwettbewerb.de) für das Klimafrühstück, die Ausbildung der Raum- und Energiemanager und die Öffentlichkeitsarbeit der iNAG.
Außerdem erhielten wir auch heute noch die Mitteilung, dass wir den Titel "Schule der Zukunft in NRW" am Montag, 5. März, um 10.00h in Düsseldorf verliehen bekommen werden. Ich habe nach Absprache mit Herrn Schauf, der ebenfalls zu der Veranstaltung fahren wird, ca. 10 Personen angemeldet, die am Pascal mit einem Bus abgeholt werden. Wir werden auch einen Infostand mit Stellwänden aufbauen und unsere Homepage präsentieren, die bis dahin sehr wahrscheinlich schon in einer professionellen Neufassung vorliegen wird. Wer von Euch Lust hat mitzufahren, soll sich bitte bei mir melden. Fragt bitte auch Eure Eltern oder interessierte Bekannte, wir dürfen auch Gäste mitbringen und ich habe 10 Gästekarten bestellt, die ebenfalls über mich zu bekommen sind. Weitere Infos zu der Kampagne des Umwelt- und des Schulministeriums in NRW findet Ihr unter: www.agenda21schulen.nrw.de
Als Reaktion auf den heutigen Newsletter bekam ich von einer Leserin freundlicherweise den im folgenden abgedruckten Text zugesandt, der gut zu unserer Tätigkeit als UNESCO-Projektschule passt und nochmal die vielfältigen Dimensionen und weltweiten Verflechtungen des Themas Nachhaltigkeit deutlich macht. Viel Spaß beim Lesen!
Märchen vom Auszug aller „Ausländer"
Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte „Ausländer raus" und „Deutschland den Deutschen". Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab.
Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.
„Los kommt, wir gehen." „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?" „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der
Wand steht: ´Ausländer raus´ !"
Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht´s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.
Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen...Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.
Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.
Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! - Aber die VW und BMW begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.
Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stille Nacht" durfte gesungen werden - Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!
von Helmut Wöllenstein
Herzliche Grüße
Ansgar Laufenberg für die iNAG